Urlaubsansprüche

Und wieder eine neue Schwachsinnsnachricht –
ein großer Konzern plant natürlich neue Softwareversionen und führt diese ein.

Im Nachgang solch einer wohl geplanten und getesteten Version kommt es dazu,
dass die Anzahl der gemeldeten Probleme in Praxis explodiert.

Und was macht man da: ja – Urlaubssperre.

Nun gibt es aber auch externe Mitarbeiter, die zur Arbeit durch die halbe Republik reisen.
Also freuen sich auch solche Mitarbeiter über Bindetage – so wie der Montag vor dem 1.Mai.

Also denkt man sich, dass ein Urlaubstag angebracht ist.

Weit gefehlt: wenn der halbe Konzern Urlaub macht, soll unsere Abteilung Praxisprobleme
analysieren – aber mit wem ? Die Ansprechpartner sind nicht da.

Weil der passende Chef aber Idealist ist und sich selbst unwichtiger empfindet
als seine chaotische Mission ordnet er an, dass auch die externen kommen.

Also fährt man Montag aufs Projekt – arbeitet nen halben Tag, um abends zurückzufahren.
Dann Dienstag 1.Mai frei!
Und Mittwoch fährt man dann wieder zum Projekt, um Freitag wieder nach Hause zu fahren.

Toll – wozu gibt es dann überhaupt Urlaub, wenn keiner welchen nehmen darf oder
es Abteilungsleiter gibt, die denken, dass 13 Leute die Geschicke eines Softwarereleases
allein steuern können.

Sind eben S.M.A.R.Te Ziele! TOLL!

offene Kommunikation – bald wichtiger als fachliche Kenntnis

Tja – in Projekten ist Kommunikation das A und O!

Dafür wird in manchen Abteilungen die Kommunikation überhaupt nicht gepflegt –
externe Mitarbeiter werden von den internen separiert. Die Begründung ist:
Naja – das interessiert Euch ja nicht.

In solch einem Umfeld ist es Klasse, wenn man dann mit dem Fachbereich
zusammenstößt und Dinge an den Kopf geworfen kriegt, die man –
da ja kein Meeting war – nicht weiß.

Und was denkt der Fachbereich: Was für ein Knallkopf habe ich da als Gegenüber!

Und wieder wird das Bild der IT ruiniert – weil man eben offen kommuniziert!

Also: immer das Gegenteil von dem tun, was man propagiert!
Nur so lassen sich Enttäuschungen erzeugen!

Reservierungen

und noch ein Eintrag zum Reisen mit der Bahn.

Klasse, wenn man Montag morgen um 7:09 Uhr abfährt.
Der Zug ist ab Hauptbahnhof so voll, dass man froh ist,
sich eine Platzkarte geholt zu haben.

Dennoch gibt es jede Woche die gleichen Dialoge:
„Ach, wo ist denn noch ein Platz frei?“
„Warum steht da oben was dran, wenn da keiner sitzt?“
„Sitzen Sie hier ?“
„Darf ich mich hier hinsetzen, der Zug ist so voll.“

Tja – um es mit Kurt Wallander zu sagen:
Der Mensch ist nicht blöd geboren.

Bahn fahren

ist einfach Klasse – insbesondere als Pendler.

Letzter Freitag – die heiß begehrte Strecke von Hamburg nach Berlin.

Was passiert ? Ha – technischer Fehler und der volle Bahnsteig muss in
nur ein Zugteil. Das Hauen und Stechen beginnt.

Die armen Zugbegleiter: „Das ist ja schlimmer als im Sozialismus!
Spinnen Sie ? Heute ist Freitag ?„. Die Zugbegleiter weichen aus und
meinen, dass sie nichts für technische Fehler können und die Fahrgäste halt
stehen oder auf dem Gang sitzen sollen.

Ich habe Glück und gehöre zu den 50% der Leute, deren Reservierung
gilt – das Wochenende ist gerettet.

Im weiteren Lauf der Diskussion bietet der Zugbegleiter an, dass es 20%
Rabatt auf eine Einzelfahrt gibt und er die 3,50 € für die Reservierung
erstattet. Als eine kleine Gruppe der Fahrgäste in der 1.Klasse
meint, dass das ja das grundsätzliche Problem nicht löst, meint
der Zugbegleiter „Für uns aus der Unterschicht sind 25,00 € ne Menge Geld!„.
Das ruft bei den Beteiligten Lachen hervor ….. den Leuten ging es um’s
Prinzip: Die Bahn verkauft Tickets und hält die Reservierung nicht.

Was lernen wir daraus: entweder Auto oder Glück haben.

Ich durfte Glück haben!

Mut und Entschlossenheit

Die Lehrgangswoche in Kienbaum ist um …. zu schnell wie immer!

Wieder sind einige Ukemi mehr auf dem Lebenskonto und man kann mit Mut und
Entschlossenheit die Dinge bewerkstelligen, die einem wichtig sind:
dazu gehört auch die Klärung einiger Dinge.

So wie Sensei geklärt hat, dass er eine stärkere Verbundenheit wünscht,
so ist nun endlich die Entscheidung gefallen etwas Neues zu schaffen:

YUKIKAN – eine Schule für Aikido in Berlin.

Mehr wird folgen!

Großküchen

So eine Konzerngroßküche ist schon was – man erlebt interessante Sachen und merkt,
dass das Personal nicht automatisch nach Intellekt ausgewählt wird.

Kommt man abends in die Kantine und sucht Brötchen belegt mit Käse,
so kriegt man Brot belegt mit Schinken gezeigt mit der
Begründung, dass da Schinken drauf ist.
Komisch, dass Käse sowas außergewöhnliches ist.

Ansonsten sind die Stullen und Brötchen teilweise so alt, dass die Salatblätter
aussehen wie die Haut eines 100jährigen!

Aber egal – wirklich heftig sind die Preise: mittags wird jeder Kloss einzeln
abgerechnet mit 0,30 Euro. Für einen 5cm Durchmesser Kloss – das ist lecker!
Ansonsten kriegt man immer Ärger, wenn man kein Hauptgericht nimmt,
sondern sich nur die Beilagen nimmt. Anfänglich – je nach Kassiererin –
wurde mir nur 2x Beilage a 1 EURO berechnet.

Jetzt ist es so, dass die Dame sagt, dass ich ja eine doppelte Portion habe und
schon wird 3,90 EURO berechnet als ob ich ein Vollgericht genommen hätte.
Oh Mann – und so was in der Woche des Tags der Ernährung. Das haut einen um!

Ansonsten wiederholen sich die Gericht alle 2 Wochen. Es fällt schwer
irgendwas zu finden, was nicht in Öl gelegen hat.
Selbst die Nudeln sind extrem ölig und wenig fettarm.

Nimmt man ein Ökoessen, so kriegt man für einen 20cm Teller mit Salat und
ein wenig Chili 4,90 EURO abgeknöpft. Das schmerzt!

Die Kantine kann also noch genug lernen, um Leute zu befriedigen,
die kein Fleisch essen und nicht literweise öliges Zeug tagein tagaus essen möchten!

Was waren das damals noch für Zeiten beim AsiaImbiss an der Uni –
Nummer fumf, Kräuter, scharf, Knoblauch ?! Da hat man wenigstens noch gelacht!

Prost!

Umzüge

In einem Großkonzern haben alle Abteilungen ja komische Kürzel wie DUM-ME-SA-CHE
oder DU-MM-KO-PF. Damit man auch nicht versteht, was die Leute machen,
lässt man sie ständig umziehen.

Solche Umzüge haben den Vorteil, dass sich keine Abteilung irgendwo heimisch fühlt oder
die Interabteilungskommunikation verbessert wird. Sonst würde der Konzern ja
effektiv von Abteilung zu Abteilung arbeiten.

Nur durch konstante Verwirrung verhindert man gute Abteilungsarbeit –
jede Abteilung hat ja ein anderes Budget. Da kann man nicht zusammenarbeiten.

Zurück zum Umzug – da ziehen also ständig Abteilungen im Bürohaus von einem Turm
in den anderen. Dabei wird alter Teppich neu verlegt. Dann stinkt es wochenlang
nach Klebemittel – aber egal. Dafür kann man ja nochmals umziehen.
Konstantes Bewegen, ohne etwas zu verändern lautet hier das Motto.

So herrscht ein buntes Treiben und niemand merkt, dass es eigentlich nur darum
geht, das Hirn einzuschläfern – wie heißt es doch bei Dilbert: numbing.

Es lebe das hirnlose Büro – das Rückgrat von Konzernen.
Die Arbeit wird in vielen Fällen ja von den externen Mitarbeitern erledigt,
die man treten und ausbrennen kann. Sie können ja woanders hinrotieren!

Genau so ist es – stand up for your rights!

Art des Trainings / Lernens

Heute wieder ein interessantes Training gehabt –
der Weg des Lernens ist recht überschaubar und doch so schwer:

  • Bleibe ruhig und gelassen – reagiere natürlich.
  • Lerne die Bewegung langsam auszuführen.
  • Führe die Bewegung dann stärker aus.
  • Mache die Bewegungen dynamischer, aber nicht schnell.
  • Mache die Bewegungen fließend und leicht.
  • Sei locker im Kopf und bewege den Körper natürlich.

Tja – ansonsten ein wenig zum Ego:

  • Nur Körper und Geist sind wie Tiere.
  • Nur Ego ist nicht menschlich.
  • Ego muss Zusammenspiel von Körper und Geist ermöglichen.
  • Körper und Geist jeweils allein sind auch nicht viel wert.

Und wie Sensei immer sagt:
Nicht in Automatiken/Schemata verfallen,
stets locker, angemessen und ruhig reagieren.

Freitag nachmittags in der Ersten Klasse

Wenn man Glück hat und an einem der wenigen Bahnhöfe ErsteKlasseFahrkarten hat,
kann man vor Abfahrt in die DB-Lounge.

Dazu zeigt man seine Fahrkarte und die BahnCard und dann wird man höflich gefragt,
ob man ein Getränk und einen Laugenbrötchensnack möchte. Nach einer Woche beim
Kunden und wie immer verregnetem Schneemistwetter tut das gut –
das Brötchen (ca. 3 x 3 cm) wird auf einem Riesenteller serviert, der es noch kleiner
aussehen läßt. Dazu eine Tasse Tee (0,1 l Fassungsvermögen).

So läßt es sich entspannen und die FinancialTimes genießen – der Autor, der kürzlich
darin den Klasseartikel über die hilflosen Servicekräfte auf dem Bahnsteig geschrieben hat,
die den Zug nicht mal von innen kennen oder dem Fahrgast weiterhelfen können,
sitzt später auch im Zug.

Da er telefoniert, kann ich mich nicht für den Artikel bedanken …..

Zurück in die Lounge – nachdem ich gemütlich meinen Tee schlürfe setzt sich
ein in alle Richtungen ausgewachsener Manager neben mich und brüllt sein Telefon an:

„Ja, ich bin es. Ich bin jetzt auf dem Weg nach Hause. Ich habe den Zug genommen,
der mich um 18:00 Uhr nach Haus bringt. Ist Mama da ? Ja,
es war eine schreckliche Woche. Ich sitze hier und warte auf den Zug“.

So, das wäre ja noch alles zu ertragen – aber nicht diese Lautstärke und dann die Wiederholung
des Gesprächs von den anderen 15 Gästen …

Können diese Leute nicht ohne ihr Telefon ? Oder wollen sie nur nicht ?

Manchmal könnte ich explodieren und die Vorteile asynchroner Kommunikation erläutern oder
dass Burnout auch durch Handystrahlen am Hirn verursacht wird. Aber das ist alles nicht erwiesen –
also immer schön sinnlos weitertelefonieren.

Telcos beschäftigen viele IT-Berater, die sonst alle nix zu tun haben. Hoch lebe der Wirtschaftskreislauf –
je mehr fließt, desto mehr Freude haben alle und die Bahn hat zufriedene Gäste, die im
Nichtraucherbereich den Rauch der Raucher ertragen, weil die Türen nicht schließen.

Auch auf Nachfrage wird Stein und Bein behauptet, dass die Züge rauchfrei sind,
die Toiletten sauber und die Lounges die Möglichkeit bieten zu entspannen und
in Ruhe auf den Zug zu warten ….. ja ja ja –
ich verstehe jetzt, weshalb viele Leute Bahn fahren.

Das ist der einzige Ort, wo man mit einem Schlag ein Dutzend Fremder stören kann!

Konzerne sind nicht für OpenSource gemacht

In Konzernen herrscht ja das Prinzip vor, dass ein vernünftiges Programm teuer sein muss und
einen eindeutigen Hersteller besitzt, den man im Fall von Problemen bemühen kann –
natürlich nur gegen Extrageld oder Nachverträge. Aber das interessiert keinen!

Des weiteren will ja niemand den Mut aufbringen den Marktführer nicht einzusetzen,
da dieser ja nicht umsonst Marktführer geworden ist: Jawohl! Das ist er nicht und wir zahlen
tagtäglich den Preis für diesen Stumfug!

So findet sich in jeder Abteilung ein anderes Bugtracking- bzw. Tool zum verteilten Arbeiten –
wer setzt schon das ein, was der Konzern vorschreibt! Oje – diese Konzerne sind doch wirklich
geeignet eigene Lösungen einzusetzen und diese anzupassen.

Flotten von IT-Ingenieuren, die den Wind der Freiheit riechen wollen, warten darauf endlich
fachlich an Lösungen zu bauen und sich nicht den ganzen Tag zu ärgern, dass Lizenzserver nicht verfügbar sind.

Dagegen hilft nur die Freiheit der Quelle – aber die Konzerne erfinden lieber Ausreden
als mutig voranzuschreiten und gerade in Europa Freiheit zu pflegen und Zeichen gegen die Patentpanikmache zu setzen,
indem offene Standards eingesetzt werden, die eine Anwendungsvielfalt ermöglichen!

OpenSource rocks!